Mag. Antonia Kesselring

Email: antonia.kesselring@akhwien.at

Lebensweg

Geboren wurde ich 1968 im „Wilden Westen“ (Deutschland) und verbrachte meine Kindheit und Jugend in Hong Kong, Tokio, Paris, Madrid und verschiedenen kleineren Orten in Oberbayern. Nach einem ruhmlosen Ausflug auf die juristische Fakultät habe ich meinem Herzenswunsch nachgegeben und Theologie in Augsburg, Salamanca und Wien studiert: Ich wollte erkennen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“.  Auf dieser Suche nach dem großen Geheimnis in allen Dingen befinde ich mich bis heute.

Beruflicher Weg

Meine erste berufliche Station 1995 waren die Theologischen Kurse am Stephansplatz. Die Theologischen Kurse vermitteln theologische Themen an interessierte Erwachsene, die ihren Glauben besser verstehen wollen. Dort habe ich gelernt, die Inhalte meines Studiums von den denkerischen Höhen der Theologie auf den Boden des praktischen Alltags herunterzuholen. Das war sehr wertvoll für mich: So habe ich selber viele Sätze unseres Glaubens und ihre Bedeutung für mein eigenes Leben besser verstanden.

Schon immer hat es mich in die Seelsorge gezogen: Bereits ab 1992 war ich ehrenamtlich in der Telefonseelsorge tätig. 1999 wechselte ich dann meinen Beruf und begann meine ersten noch unsicheren Schritte in der Krankenhausseelsorge im SMZ-Ost . Dort war ich bis 2017 durchgehend tätig. Nebenher arbeitete ich von 2010 bis 2015 als Seelsorgerin im Mobilen Palliativteam des CS Hospiz Rennweg. Im Juni 2017 wechselte ich auf Wunsch meines Fachbereichsleiters ins AKH.

Wo ich in die Lehre ging...

Einige wichtige Etappen auf meinem Lernweg als Seelsorgerin waren unter anderem meine Krankenhausseelsorgeausbildung in Salzburg (2003-2005), die Ausbildung „Seelsorge auf Intensivstationen mit Menschen in anderen Bewusstseinszuständen“ (2006), die Ausbildung zur Trauerbegleiterin (2011-2013), die Ausbildung im „Seelsorgerlichen Kurzgespräch“ (2014-16) und der Lehrgang „Spiritual Care“ (2016-2017).

Genauso viel verdanke ich den Supervisoren und Therapeuten, Coaches und geistlichen Begleitern, die mich auf meinem Weg bis hierher begleitet haben. Wir Seelsorgerinnen und Seelsorger haben ja nur unsere eigene Person als Werkzeug zur Verfügung. Dieses gilt es zu warten und zu schärfen. Darum haben für mich die tägliche Kontemplation und regelmäßige kontemplative Exerzitien einen hohen Stellenwert.

Meine wichtigsten Lehrer bleiben aber all die Menschen, deren Wege im Leben und im Sterben ich bisher ein Stück begleiten durfte (ein wenig dazu hier).

Seelsorge ist für mich…?

Ich war einmal mit meinem Mann in einer Kirche in Quito (Ecuador), die dem Heiligen Herzen Jesu geweiht war. Die Kirche war ein riesiger neugotischer Bau, in etwa das, was man in meiner Studienzeit respektlos eine Hallelujascheune nannte. In ihrem Altarraum befand sich ein großes, rotes Herz. Es blinkte rhythmisch und tauchte in kurzen Abständen den ganzen Kirchenraum in rotes Licht – für mich als nüchterne Deutsche ein unvorstellbarer Kitsch. Dennoch ist es dieses Bild, das mir spontan zu meiner Arbeit einfällt: Gott, das große schlagende Herz aller Dinge.

Als Seelsorgerin suche ich seine Spuren im Krankenhaus, bei den Patienten und bei den Mitarbeitern, bei den Lebenden und bei den Sterbenden, bei den Menschen in der Kirche und außerhalb. Meine Aufgabe ist es, diese nicht sichtbare, aber sehr wirksame Wirklichkeit wahrzunehmen. So kann sie ihre lebensspendende, heilende Kraft in den Menschen entfalten. Und wer weiß, was dann geschieht?

In Gott entdecken wir neue Meere, je weiter wir segeln (Fray Luis de Leon).